Liederherbst Wien 2026
Alexander York
Vaughan Williams: Songs of Travel, Mahler: Rückert-Lieder, ausgewählte Brahms-Lieder
2.10.2026
Alexander York zählt zu den profilierten jungen Baritonen seiner Generation. Der amerikanische Sänger, Ensemblemitglied des Landestheaters Linz und auf internationalen Opern- und Konzertbühnen zu Hause, widmet sich mit besonderer Hingabe dem Liedgesang – jener Kunstform, in der Stimme und Wort zu einer gemeinsamen inneren Sprache werden.
Mit Vaughan Williams’ Songs of Travel entfaltet sich eine musikalische Wanderung zwischen Aufbruch und Einsamkeit. Mahlers Rückert-Lieder führen in eine Welt stiller Versenkung, in der sich das Äußere allmählich ins Innere verwandelt. Ausgewählte Lieder von Brahms beschließen den Abend mit jener warmen, menschlichen Melancholie, die Trost nicht verspricht, ihn aber ahnen lässt.
Theresa Krügl
Clara Schumann, Robert Schumann: Frauenliebe und -leben, Zemlinsky op. 6, Alma Mahler, Hugo Wolf
8.10.2026
Theresa Krügl lädt zu einem Liederabend ein, der die romantische Seele in feinen Schattierungen hörbar macht. Mit klarer Textgestaltung, musikalischer Empfindung und Sinn für leise Nuancen bringt sie jene Qualitäten mit, die das Lied in besonderer Weise verlangt.
Ausgewählte Lieder Clara Schumanns und Robert Schumanns Frauenliebe und Leben eröffnen ein inniges musikalisches Zwiegespräch von Liebe, Erwartung und innerer Wandlung.
Mit Zemlinskys Walzer-Gesängen op. 6 sowie Liedern von Alma Mahler und Hugo Wolf weitet sich der Abend in eine spätromantische Klangwelt — zwischen schwebender Schönheit, Leidenschaft und Melancholie.
15.10.2026
Angelo Pollak
Schubert: Die schöne Müllerin
Mit Franz Schuberts Die schöne Müllerin widmet sich Angelo Pollak einem der zentralen Werke der romantischen Liedliteratur. Der Zyklus nach Gedichten von Wilhelm Müller erzählt von einer Wanderung, die hell und hoffnungsvoll beginnt und sich Schritt für Schritt in eine seelische Landschaft von Liebe, Enttäuschung, Einsamkeit und Abschied verwandelt.
Angelo Pollak, international als Opern- und Konzertsänger tätig und ehemaliger Solist der Wiener Staatsoper, bringt in diesen großen Liederabend jene Qualitäten ein, die Schuberts Musik in besonderer Weise verlangt: erzählerische Wachheit, feine sprachliche Gestaltung und eine unmittelbare Empfindung für die leisen Wandlungen der Seele. So entsteht ein Abend von großer Innigkeit — zwischen jugendlichem Aufbruch, poetischer Zartheit und berührender menschlicher Tiefe.
21.10.2026
Hiroshi Amako
Gustav Holst, Hikaru Hayashi, Kosaku Yamada, Hugo Wolf, Robert Schumann.
Hiroshi Amako lädt zu einem Liederabend zwischen englischer Liedkunst, japanischer Klangsprache und deutscher Romantik ein. Gustav Holsts Vertonungen nach Humbert Wolfe eröffnen das Programm mit feiner atmosphärischer Dichte; japanische Lieder von Yumiko Samejima, Yamada und Hayashi führen in eine fragile, farbenreiche Klangwelt. Mit Hugo Wolf und Robert Schumann wendet sich der Abend schließlich der romantischen Innerlichkeit zu — poetisch, sehnsuchtsvoll und von leiser seelischer Intensität.
Der britisch-japanische Tenor, Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und Preisträger des Internationalen Helmut-Deutsch-Liedwettbewerbs, verbindet elegante Klangschönheit mit außergewöhnlicher sprachlicher Sensibilität.
29.10.2026
Miriam Albano
Berg, Strauss, Bellini, Tosti, Rossini
Miriam Albano ist eine Sängerin, die Opernbühne und Liedgesang mit derselben künstlerischen Aufmerksamkeit verbindet. Die italienische Sopranistin, ausgebildet in Venedig und Wien und ehemalige Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, ist auf internationalen Bühnen ebenso zu Hause wie in der feineren, persönlicheren Welt des Liedes. Gerade dort zeigt sich, was eine große Liedsängerin auszeichnet: die Liebe zum Wort, die Fähigkeit zur inneren Zurücknahme, ein feines Gespür für Farben und Zwischentöne — und jene besondere Kunst, mit wenigen Gesten ganze seelische Landschaften entstehen zu lassen.
Ihr Programm führt von Alban Bergs Sieben frühen Liedern und der Klangsprache Richard Strauss’ zu Bellini, Tosti und Rossinis Regata veneziana. Es ist ein Abend zwischen Traum und Sehnsucht, zwischen stiller Innigkeit und italienischem Temperament — getragen von Poesie, Eleganz und vokaler Ausdruckskraft.
Michael Arivony
Schubert: Winterreise
6.11.2026
Mit Franz Schuberts Winterreise betritt der Bariton Michael Arivony einen jener seltenen Räume der Musik, in denen äußere Handlung und innere Erfahrung ununterscheidbar ineinander übergehen. Der nach Gedichten Wilhelm Müllers gestaltete Zyklus erzählt von Abschied und Unbehaustheit, von Einsamkeit und dem stillen Fortgang einer Seele, die im Gehen sich selbst begegnet.
Arivony, international als Opern- und Konzertsänger tätig, verbindet expressive stimmliche Präsenz mit feinsinnigem musikalischem Formgefühl und einer besonderen Aufmerksamkeit für das Wort. So entsteht ein Liederabend, der Schuberts Klangwelt nicht nur erzählt, sondern in ihren Farben, Brüchen und stillen Abgründen hörbar macht.